Jahresbericht 2017


 

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Auszüge aus dem Jahresbericht 2017


 

Liebe Mitglieder und alle Freunde und Freundinnen unseres Vereins,

 

die politische Lage in Afghanistan gibt wirklich Anlass zur Sorge, denn täglich finden irgendwo im Lande Attentate statt, die Unschuldige das Leben kosten.

 

So freut es mich besonders, dass wir von allen unseren Projekten nur berichten können, dass sie funktionieren, manche besonders erfolgreich. Z.B. unsere beiden Frauenzentren, die voller Leben sind und von der ganzen Umgebung getragen werden. Dass so viele Frauen beteiligt sind, die Vorträge besuchen und im Sportzentrum trainieren, und dass auch Besucherinnen ins Nähzentrum kommen, um sich Bekleidung anfertigen zu lassen, macht mich froh. Auch dass unser Vorstand gebeten wird, für junge Frauen, die einen Nähkurs oder die 12. Klasse erfolgreich abgeschlossen haben, nach Möglichkeiten für Aktivitäten zu suchen, ist ein gutes Zeichen. An den Schulen haben sich unter den Schülerinnen und Schülern Gruppen für Ökologie gebildet, die sich eifrig um Umweltsünden kümmern. Und von den Aktivitäten der eifrigen Teilnehmer der »Donnerstagsgruppen" zu lesen, von denen Marga Flader auf den nächsten Seiten erzählt, macht Mut. 

 

Alles in allem dürfen wir froh sein, dass wir ein Team haben, das nach jahrelanger Tätigkeit für "Afghanistan-Schulen« einsatzbereit ist und selbst mit Vorschlägen kommt. Nicht zu vergessen die Reisen unseres Vorstandes zweimal im Jahr, die alle verbinden. Daher möchte ich auch in diesem Jahr allen Unterstützern, die zu diesen Erfolgen beitragen, danken und sie weiterhin um tätige Mithilfe bei unseren Projekten bitten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ursula Nölle

  

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Bericht über die Projekte in Afghanistan von Marga Flader 

  

Liebe Leserinnen und Leser,


wir danken Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung unserer Bildungsarbeit in Afghanistan.

 

2017 haben wir wieder sehr viele Projekte in den Provinzen Faryab und Balkh im Norden Afghanistan umsetzen können. Darüber berichte ich nachstehend im Einzelnen. Im April und Oktober konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern einige der Projekte in Andkhoi (Provinz Faryab) und Mazar-e-Sharif (Provinz Balkh) besuchen. Schön sind immer die Wiedersehen mit den Schülern und Schülerinnen unseres Ausbildungszentrums in Andkhoi und den Frauen in den Frauenzentren in Andkhoi und Baghebustan (Bezirk Qurghan/Faryab).

   

Eine besonders positive Entwicklung ist, dass nun Schulen auch in sehr abgelegenen Dörfern entstehen.  Gemeinsam mit den Projektleitern und -leiterinnen besprechen wir während unseres Workshops in Mazar-e-Sharif alle Projekte und verbringen im Anschluss bei unserem „Betriebsausflug“ einige schöne Stunden zusammen, so dass wir alle wieder gestärkt in die Heimatorte reisen in der Gewissheit, dass die richtigen Leute die Projekte managen und wir erfolgreiche Arbeit leisten.

 

1. Unterstützung des staatlichen Bildungssystems

 

Mit privaten Spenden, öffentlichen Fördergeldern sowie Sammlungen in Kirchen und deutschen Schulen anlässlich ihrer vielfältigen Aktionen konnten wir auch 2017 wieder vielen Schulen in Afghanistan helfen. Auch die Gemeindemitglieder vor Ort beteiligen sich nach ihren Möglichkeiten an den Projekten. So wird das Land für eine Schule entweder vom Staat oder einem Dorfbewohner zur Verfügung gestellt oder die Bevölkerung sammelt das nötige Geld, um das Land zu kaufen. Die Mauer um das Schulgelände herum wird immer von den Gemeindemitgliedern gebaut.

 

Mit den unten aufgeführten Projekten haben wir im Jahre 2017 das staatliche Bildungssystem unterstützt.

 

Die Jungen und Mädchen der unten genannten Schulen wurden vorher in baufälligen gemieteten Räumen, in Zelten oder im Freien unterrichtet. Erheblich besserer Unterricht ist jetzt in den schönen Schulgebäuden möglich. Alle neuen Klassenräume wurden möbliert, so dass kein Kind mehr auf dem Boden sitzen muss. Die Oberschulen erhielten ein gut ausgestattetes Schullabor und Schränke und Bücher für eine Schulbücherei und damit Zugang zu Literatur in der persischen und englischen Sprache. Das ist besonders für die Kinder, die zuhause Usbekisch oder Turkmenisch sprechen, sehr hilfreich.


Projekt

Maßnahme

Unterstützt durch

Fertigstellung der Ghazi Amanullah Oberschule für 2670 Jungen und Mädchen in Mazar-e-Sharif (Provinz Balkh)

24 Klassenräume, Versammlungsraum mit Bildschirm und Lautsprecheranlage, 6 Nebenräume, voll möbliert und mit Schulbücherei und Schullabor, Toiletten, Handwaschgelegenheit, Tiefbrunnen und Wächterhaus

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Private Spenden

Moh. Sedique Shaheed Oberschule für 3637 Jungen und Mädchen in Mazar-e-Sharif (Provinz Balkh)

24 Klassenräume, Versammlungsraum mit Bildschirm und Lautsprecheranlage, 6 Nebenräume, voll möbliert mit Schulbücherei und Schullabor, Toiletten, Handwaschgelegenheit und Wächterhaus

Auswärtiges Amt (AA)

Private Spenden

 

Beginn der Bauarbeiten für eine Volksschule für 2236 Schüler_innen in Nawabad westlich von Mazar-e-Sharif

12 Klassenräume, 2 Nebenräume, Toiletten und Wächterhaus

BMZ

Private Spenden

 

Dorfschule in Altibolak für 818 Schüler_innen (Provinz Faryab)

6 Klassenräume und 1 Lehrerzimmer, möbliert

Private Spenden

Dorfschule in Arab Shah Bala für 666 Schüler_innen (Provinz Faryab)

7 Klassenräume und 1 Lehrerzimmer, möbliert

Private Spenden

Aufstockung eines 2014 von uns errichteten Gebäudes[1]  für 1887 Schülerinnen der Sharenow Mädchenoberschule in Andkhoi (Provinz Faryab)

4 Klassenräume, möbliert, Schulbücherei, Schullabor

BINGO Projektförderung des Landes Schleswig-Holstein, Bartels Stiftung, Campanula Stiftung und die Schulen Icking, Feldkirchen, Glocksee und Schwanewede sowie  private Spenden

Dorfschule, Zweigstelle von Rahmatullah Shaheed mit 82 Schüler_innen (Bezirk Andkhoi/Faryab)

Kleinprojekt – 2 Klassenräume, möbliert, für eine neu eingerichtete Schule

Private Spenden

Dorfschule Qipchok mit 551 Schüler_innen (Bezirk Andkhoi/Faryab)

Kleinprojekt – 2 Klassenräume als Ersatz für einsturzgefährdete Räume

Private Spenden

Dorfschule in Ghajrabadmit 571 Schüler_innen (Bezirk Andkhoi/
Faryab)

Kleinprojekt – 2 Räume für eine Schulbücherei und ein Schullabor

Private Spenden

Dorfschule Urgunchikhana mit 126 Schüler_innen (Bezirk Qaramqul/Faryab)

4 Klassenräume, möbliert, für eine neue Schule auf neuem Schulgelände

Private Spenden

Volksschule für 810 Schüler in Karta-e-Bukhdi, Mazar-e-Sharif (Balkh)

Kleinprojekt – 3 Klassenräume für Schüler, die in Zelten unterrichtet wurden

Private Spenden

Baghebustan Mädchenoberschule (1014 Schülerinnen) (Bezirk Qurghan/Faryab)

Kleinprojekt – Elektrifizierung eines vom Ministerium für ländliche Entwicklung errichteten Schulgebäudes

Private Spenden

Nachhilfeunterricht in Mathematik und Chemie an fünf Mädchenoberschulen für insgesamt 163 Mädchen

Sharenow, Yangitegerman (Bezirk Andkhoi), Galikhana, Baghebustan (Bezirk Qurghan), Yussuf Mirzai (Bezirk Qaramqul)

Misereor

Herat Blindenschule

7 Laptops und Lehrmaterial

Private Spenden

für Aigambirdi (Andkhoi), Kamel Shaheed, Yousuf Andkhoyee, Sewad Amozy (Qurghan) und Saidullah Shaheed (Qaramqul)

108 neue Schultische und 122 neue Schulbänke

Private Spenden

für Yousuf Andkhoyee (Qurghan)

Reparatur von 46 Schultischen und 76 -bänken

Private Spenden

 

 

Um die Qualität des Unterrichts weiter zu verbessern, organisierten wir Lehrerfort-bildungsseminare in den Sommer- und Winterferien. In unseren Förderkursen beschäftigen wir außerdem 25 Lehrer und Lehrerinnen, die bereits an einer Schule tätig sind, als Assistenten. Sie unterstützen die Fachlehrer in seiner/ihrer Arbeit und lernen dabei sehr viel für ihren eigenen Unterricht.

 

Ein Lehrer schrieb uns:

Früher hatten wir überhaupt kein Selbstvertrauen und unser Wissen reichte in keiner Weise aus, um gut unterrichten zu können. Seit wir Teil des VUSAF-Teams sind, können wir unsere Probleme lösen. Jetzt ist die Lehrtätigkeit erfüllend und interessant. Auf jeden Fall haben wir bessere Lehrmethoden kennengelernt und unser Wissen erweitert.“

 

 

 

 

Projekt

 

 

Maßnahme

 

 Unterstützt durch

6 tägiges Lehrerfortbildungsseminar vom 21.1.2017 – 26.1.2017 im Andkhoi Education Center

für 43 Grundschullehrkräfte

(Jahrgänge 4 – 6) in Methodik, Persisch und Mathematik

Misereor

5 tägiges Lehrerfortbildungsseminar vom 22.1.2017 – 26.1.2017 in der Maula Ali Schule in Mazar-e-Sharif

für 60 Lehrkräfte der naturwissenschaftlichen Fächer der Jahrgänge 7 – 12

Misereor

10 tägiges Lehrerfortbildungsseminar vom 23.7.2017 bis 2.8.2017 in der

Khaliqdad Schule in Mazar-e-Sharif

für 76 Lehrkräfte der naturwissenschaftlichen Fächer der Jahrgänge 7 – 12

BMZ

18 tägiges Lehrerfortbildungsseminar vom 1.7.2017 – 20.7.2017 im Ausbildungszentrum in Andkhoi

für 66 Grundschullehrkräfte in Methodik, Persisch und Mathematik

Misereor

5 tägige Fortbildung vom 20.8.2017 – 24.8.2017 im Teacher Training College in Andkhoi

für 11 Laboranten und Chemie- und Physiklehrer

Misereor


2. Eigene Ausbildungsprojekte

 

a) VUSAF Ausbildungszentrum in Andkhoi

  

Für rund 1000 Jungen und Mädchen, die einen Universitätsbesuch anstreben, bieten wir in unserem Ausbildungszentrum in Andkhoi Förderkurse für Jungen und Mädchen ab Klasse 7 an (wobei die Kurse für die Mädchen in einem Gebäude auf dem Gelände des Yuldoz Mädchengymnasiums stattfinden). Die Teilnehmer/innen unserer Kurse besuchen 15 verschiedene Schulen in Andkhoi und Umgebung (vormittags oder nachmittags). Sie beklagen, dass die Lehrkräfte an ihren Schulen den Unterrricht nicht in ausreichender Weise vermitteln können. Manche von ihnen nehmen sehr weite Wege auf sich, um unsere Förderkurse zu besuchen.

 

Am Ausbildungszentrum werden Schüler/innen der Klassen 7 bis 9 in Persisch (Dari), in Englisch, Paschtu und Mathematik und in der 9. Klasse außerdem in Physik unterrichtet. Schüler/innen der Klassen 10 – 12 erhalten Förderunterricht in den Fächern Persisch, Paschtu, Religion, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Ökologie. Es werden außerdem Englisch- und Computerkurse angeboten und Kalligraphie- und Zeichenunterricht erteilt.

 

Jeden Donnerstag finden kulturelle Veranstaltungen statt, die von den Schüler_innen mit Unterstützung durch einen Mitarbeiter selbst organisiert werden. Meist wählen die Schüler/innen sich ein für sie wichtiges Thema als Schwerpunkt. In Vorträgen und Rollenspielen behandeln sie mit großem Engagement soziale Themen. Auch die fröhliche Unterhaltung durch Wettspiele kommt nicht zu kurz. Mitglieder der Literaturkreise treffen sich regelmäßig in der Bücherei (auch sie werden von einem Lehrer unterstützt). Diese Veranstaltungen wecken vielfältiges Interesse bei den Jugendlichen. Sie stärken ihr Selbstvertrauen und machen ihnen Mut, selbst aktiv zu werden. So haben sich Teilnehmer/innen in Ökologiegruppen organisiert, die in der Stadt Andkhoi und an ihren Schulen Aktionen durchführen, die die Umwelt verbessern sollen. Insbesondere versuchen sie, Plastikmüll zu vermeiden und die Region zu begrünen. Sie haben eine Facebook-Seite eingerichtet, um ihre Ideen in Andkhoi bekanntzumachen, und haben dem Bürgermeister eine Liste mit Forderungen übergeben. Gemeinsam mit dem Lokalradio rufen sie die Bevölkerung zum Mitmachen auf. Auch in der Schülerzeitschrift, die wir schon 2005 gegründet haben, werden Artikel zum Thema Umweltschutz veröffentlicht.

 

Gemeinsam mit AFGNANIC e.V. unterstützten wir den Druck eines Lehrbuchs von Moh. Naim Nasin zum Thema „Global Warming“ (1000 Exemplare), das im Ausbildungszentrum und landesweit an Universitäten verteilt wird. Die Bücherei des Ausbildungszentrums verfügt mittlerweile über 4.967 Bücher und hat 1.477 Mitglieder. Ihnen stehen ein hilfsbereiter Bibliothekar sowie Computer und Drucker für ihre Internet-Recherchen zur Verfügung. Die Teilnehmer/innen des Ausbildungszentrums treiben gemeinsam Sport. Die Jungen spielen Fußball im VUSAF FC und die Mädchen Volleyball und Basketball mit ihren Teams.

 

 

b) Frauenprojekte

 

Wir unterhalten zwei Frauenzentren, eines in Andkhoi (WCA) mit zwei auswärtigen Nähstuben in Ghajerabad und Aqmasjid und eines in Baghebustan (WCB) (Bezirk Qurghan). 3751 Frauen besuchten im Jahr 2017 das WCA und 2023 Frauen das WCB. Im Bezirk Khancharbagh werden in zwei Home Schools (Unterricht im Privathaus der Lehrerin) 42 Mädchen im Alter von 9 bis 17 auf einen Schulbesuch vorbereitet.

 

In den Frauenzentren lernten 46 Frauen im Alter von 18 bis 31 innerhalb von 18 Monaten Lesen, Schreiben, Rechnen und das Nähen von Frauen-, Männer- und Kinderbekleidung sowie Gardinen und anderen Haushaltstextilien. Die Ausbildung endete zum 31.12.2017 mit Abschlussprüfungen, die 44 der Teilnehmerinnen bestanden. (19 von ihnen erreichten sogar über 90 % der höchstmöglichen Punktzahl). Hervorzuheben ist, dass die Teilnehmerinnen zuhause Turkmenisch oder Usbekisch sprechen und sie erst im Unterricht die Landessprache Persisch gelernt haben. Uns wurde berichtet, dass alle Teilnehmerinnen nun Auftragsarbeiten zuhause nähen und ein eigenes Einkommen erzielen.

 

Der Unterricht findet vormittags statt. An den Nachmittagen nähen die Mitarbeiterinnen von WCA und WCB Kleidung, die von den Besucherinnen in Auftrag gegeben werden. Das WCA erzielt aus dem Verkauf der Näh- und Stickarbeiten ein Einkommen von 136.754 AFN (1.603 €) und das WCB 52.212 AFN (€ 612 €).

 

An beiden Zentren wurden Vorträge, Workshops und Seminare organisiert, an denen insgesamt 791 Frauen teilgenommen haben. Themen waren Gesundheit, Kunst & Handwerk, Gesunde Ernährung, Verhaltensregeln im Islam, Menschenrechte und Geschichte. Ärztinnen, Hebammen und Krankenschwestern sowie Frauen, die ein Handwerk gelernt haben, und eine Frau, die als Mullah tätig ist, führten durch die Seminare. Es entstanden lebhafte Diskussionen zwischen den Teilnehmerinnen, die sich so gegenseitig beraten und unterstützen.

 

Nachdem wir 2016 das Frauenzentrum in Andkhoi aufgestockt hatten, wurde im Frühjahr 2017 im neu geschaffenen Raum ein Fitness-Center eingerichtet. Rund 50 Frauen kommen regelmäßig zum Training. Sie haben viel Spaß miteinander, Ziel ist aber auch eine bessere Gesundheit und bei manchen eine Gewichtsreduzierung.  

 

 

3. Sonstige Hilfsprojekte

 

a) Nach heftigem Regenfall war das Haus, in dem eine Witwe mit ihren drei kleinen Kindern lebte, unbewohnbar geworden. Mit unserer finanziellen Unterstützung konnte der Familie ein neues kleines Haus gebaut werden, in dem sie nun ohne Sorgen leben können.

 

b) Über den VUSAF Sozialfond erhielten fünf Familien und 10 Schüler/innen eine regelmäßige Unterstützung. Zwei Personen bekamen Hilfe, um dringende medizinische Behandlungen zu ermöglichen und eine andere erhielt Unterstützung zur Aufbringung von Bestattungskosten. 

 

                                      

c) Winterhilfe:

 

Im Dezember 2017 verteilten wir je 50 kg Mehl, 25 kg Reis, 16 l Speiseöl und 96 kg Kohle an 36 Witwen, die gemeinsam mit ihren Kindern auf einem Hügel in Kabul leben. Außerdem erhielten 40 Frauen warme Tücher und 145 Kinder Strümpfe und Gummistiefel.

 

Im Januar 2018 wurden an 58 Familien (395 Personen), die als Binnenvertriebene von Takhar und Kunduz in eine Region südöstlich von Kabul geflohen waren, Nahrungsmittelpakete wie oben beschrie-ben, verteilt. Einige weitere Familien, die Not leiden und den VUSAF- Mitarbeitern persönlich bekannt sind, erhielten außerdem Mehl, Reis und Öl.

 

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Zum Ende meines Berichtes danke ich unseren Projektpartnern in Afghanistan, insbesondere Mardanqul Rahmani, Sayed Asef Sadaat und Soman Sadat, die die Projekte sehr engagiert mit vielen guten Ideen leiten. Ohne sie wären wir nicht so erfolgreich gewesen.

 

Für VUSAF hat es in diesem Jahr eine größere Veränderung gegeben. Das Landesbüro wurde von Kabul nach Mazar-e-Sharif verlegt, um näher an den Projekten zu sein. In Kabul gibt es jetzt nur noch ein Home Office mit dem Landesdirektor, der zwischen beiden Städten pendelt. So kann er weiterhin die Kontakte zu den Ministerien in Kabul pflegen, die regelmäßig Berichte erwarten.

 

2017 beschäftigte VUSAF 71 Personen: 10 in der Verwaltung, 46 Lehrkräfte (überwiegend in Teilzeit), 15 weitere Mitarbeiter als Bibliothekar, Laborant, Hausmeister/Wächter, Fahrer oder Köche. Drei Bauunternehmen wurden mit dem Bau der verschiedenen  beauftragt, die insgesamt zwischen 150 bis 200 Personen beschäftigten.

 

Die Mitglieder des Vorstands und des Arbeitskreises in Deutschland sowie alle Mitarbeiter in Afghanistan sind fest entschlossen, unsere wichtige Arbeit in Afghanistan auch im schwieriger gewordenen Umfeld fortzusetzen. Wir sind hoffnungsvoll, dass die junge Generation die positiven Veränderungen bringen wird, die dieses Land braucht, und bitten um Ihre weitere Unterstützung.

 

 

Herzlich danken möchte ich allen unseren Unterstützern hier in Deutschland, die diese Projekte möglich gemacht haben.

 

Ihre Marga Flader 

 

 

 

Finanzbericht von Leonore Heyelmann


Im vergangenen Jahr hat der Verein an Beiträgen und Spenden 326.414,32 € bekommen. Darin enthalten sind der Verkaufserlös von Kalendern und anderen Artikeln sowie kleine Beträge sonstiger Einnahmen und Zinsen. Das ist insgesamt etwas weniger als im Jahr zuvor, jedoch der Kreis derer, die unsere Arbeit wertschätzen und sie durch regelmäßige kleine und große private Spenden fördern, ist nicht kleiner geworden. Über diese Verlässlichkeit seit langer Zeit sind wir sehr dankbar, denn so können wir verantwortungsvoll planen. Von einigen Schulen werden wir auch schon sehr lange regelmäßig mit kleinen und großen Beträgen unterstützt, was Tanja Khorrami in ihrem Bericht anschaulich dargestellt hat. Die Geldspenden aus kirchlichen Bereichen wie z.B. Kollekten oder Erlöse von Basaren waren im letzten Jahr erfreulich großzügig.

 

Gefreut haben wir uns auch, dass einige Vereine, Unternehmungen und Stiftungen unsere Arbeit weiterhin unterstützt haben, wie z.B. Khyberchild e.V., die H.D. Bartels Stiftung, Stiftung Campanula, GUTEX Holzfaserplattenwerk, Rothkötter Mischfutterwerk GmbH und RED CHAIRITY. Die EthikBank hat die Arbeit des Vereins weiterhin gewürdigt, indem sie uns als eins ihrer drei Förderprojekte unterstützt.

 

Mit einem Teil der zweckgebundenen und freien Spenden konnten wir unsere 10 %ige Eigenbeteiligung für einige der mit öffentlichen Geldern finanzierten Bauprojekte finanzieren. Die komplette Ausstattung einer großen Schule in Mazar – e-Sharif mit Möbeln und Lehrmitteln hat uns viel Geld gekostet. Auch unsere eigenen Projekte wie z.B. den Kleinprojektefond, den Sozialfond, die Winterhilfe, die Fortbildung von Lehrkräften, Brunnenbohrungen in einigen Schulen und vieles mehr konnten von den Spenden finanziert werden.

 

An projektgebundenen öffentlichen Geldern und Zuwendungen anderer Sponsoren erhielten wir 1.046.027,00 €, eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Mit den Geldern des Auswärtigen Amtes (AA) konnte ein großes Schulprojekt in Mazar-e-Sharif fertiggestellt werden. Gelder vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) flossen in die Fertigstellung und den Beginn von zwei großen Schulneubauten in Mazar-e-Sharif, außerdem in ein Lehrerfortbildungsseminar.

 

MISEREOR förderte im vergangenen Jahr viele neue Bildungsangebote im Ausbildungszentrum in Andkhoi und das dortige Frauenzentrum, welches inzwischen durch ein weiteres im ländlichen Raum ergänzt wird. Außerdem konnten Fortbildungskurse für Lehrerinnen und Lehrer durchgeführt werden. Von BINGO Projektförderung des Landes Schleswig - Holstein bekamen wir die Zusage für die Teilfinanzierung der Aufstockung einer Schule in Andkhoi. Dieses Geld wird uns erst nach Fertigstellung des Projekts zur Verfügung gestellt. Wir haben es vorfinanziert, so erklärt sich auch der Ausgabenüberschuss in der Zusammenfassung.

 

Am Jahresende verblieben uns noch 324.878,80 € auf den Konten bei der HASPA und EthikBank. Ein großer Teil dieses Geldes ist für die Finanzierung der laufenden und neuen Projekte im Jahr 2018 bereits verplant. Wir müssen außerdem Gelder zurücklegen für unsere Pensionsverpflichtungen und für den Fall rückläufiger öffentlicher Gelder und privater Spenden.

 

Wir wollen weitermachen, weil wir überzeugt sind vom Sinn und den Erfolgen unserer Arbeit. Wenn Sie das auch sind - dann unterstützen Sie uns bitte weiter. Danke!

 

Afghanistan-Schulen - Verein zur Unterstützung von Schulen in Afghanistan e.V. | Info@Afghanistan-Schulen.de