Sonstige Hilfen 

 


 

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt und so werden wir immer wieder aufmerksam auf besondere Notlagen. Informationen über frühere Projekte wie das Hühnerprojekt, die Lebensmittelhilfen während der Dürre oder der Wintermonate finden Sie unter abgeschlossene Projekte.

 


 

Winterhilfe 2016/2017:    

 

 

Von Ende Dezember bis Anfang Februar haben wir in Kabul und Andkhoi Nothilfe geleistet. Der Winter ist immer hart in Afghanistan und fast unerträglich, wenn man kein festes Dach über dem Kopf hat. Über eine Million Menschen leben als Binnen-vertriebene unter katastrophalen Bedingungen in behelfsmäßigen Lagern. Unsere Kollegen in Kabul haben deshalb an 185 Familien (1150 Personen), die in solchen Lagern leben, Nahrungsmittel verteilt. Für jede Familie 50 kg Mehl, 25 kg Reis und 16 l Speiseöl. 

 

385 Kinder erhielten traditionelle warme Kleidung, die von unseren ehemaligen Nähschülerinnen in Andkhoi genäht worden waren, sowie zwei Paar Socken und Gummistiefel. 190 Frauen freuten sich über neue warme Umschlagtücher.

 

Als es Ende Januar/Anfang Februar zu einer Schneekatastrophe kam, brachten unsere Kollegen Brot und Datteln zu einigen der Eingeschneiten.

 

Dabei sahen sie, wie insbesondere die Kinder unter der Kälte litten - es gab nur Plastikmüll zum Verbrennen – und so kauften die Kollegen sofort Kohle ein und brachten den Witwen und Kindern, die zusammen auf einem Hügel in Kabul leben (39 Familien), jeweils 120 kg Kohle. Insbesondere die Kinder waren sehr glücklich darüber, weil sie wussten, dass sie nun bis zum Ende des Winters nicht mehr frieren müssten. Nur noch diejenigen unter uns, die den Zweiten Weltkrieg in Erinnerung haben, werden sich ein solches Elend vorstellen können.

Mit 100 Euro konnten wir so einer Familie mit 8 bis 10 Personen das Überleben bis zum Ende des Winters sichern. Wir sind sehr dankbar, dass uns diese Hilfsaktionen möglich waren und wir wenigstens einigen der vielen Bedürftigen haben helfen können.  



Unser Projektpartner berichtet: 

Es war mein erstes Treffen mit den Frauen und ihren Kindern. Ich habe in den vergangenen Jahren so viele Familien gesehen, die unter schrecklichen Bedingungen in der Lagern in Kabul leben, aber es war ein weiterer Schock für mich, diese Frauen mit so vielen Kindern und ohne Mann, die fast kein Einkommen haben, zu sehen. Die meisten der Frauen arbeiten in den Häusern anderer Leute, z.B. Wäsche waschen, putzen etc.). Eine sagte uns sogar, dass sie auf einer Baustelle mit Männern zusammen arbeitet.

Eine Frau, die Leiterin der Gruppe, ist Polizistin.

Diese Frauen versuchen, ihre Kinder zu ernähren und stark zu sein trotz der vielen Probleme. Zwei können aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten. Es war großartig zu sehen, dass fast alle Kinder (Jungen und Mädchen) die Schule besuchen, und das hat mich glücklich gemacht. Ich dachte, dass wir, bevor die Schule nach den Ferien wieder beginnt, diesen Kindern Hefte und Stifte geben. Ich habe mich mit den Frauen unterhalten, um mehr über sie zu erfahren. Jede Familie hat eine andere traurige Geschichte. Eine der Frauen kann nur mit einer Gehhilfe laufen. Ihre zwei Söhne und ihr Mann starben vor vielen Jahren als eine Bombe in ihrem Haus einschlug, wobei auch sie verletzt wurde. Eine andere Frau verlor ihren Mann und ihren ältesten Sohn in einem Verkehrsunfall. 


 

Social Fund

In Afghanistan gibt es kein "soziales Netz". Man kann sich nur auf die eigene Familie verlassen. Wenn der Ernährer stirbt oder arbeitsunfähig wird, leidet die Familie große Not. Wir können selbstverständlich nicht allen helfen, die in Not geraten, aber wir übernehmen Verantwortung für die Personen, mit denen wir direkt zusammenarbeiten bzw. die wir persönlich kennen, und helfen hier, wenn es möglich ist. 2016 unterstützen wir vier Frauen und ihre Kinder (insgesamt 23 Personen) sowie 18 Studierende regelmäßig.

 

Afghanistan-Schulen - Verein zur Unterstützung von Schulen in Afghanistan e.V. | Info@Afghanistan-Schulen.de