2026 erhielten 90 Familien im April Lebensmittelpakete und Bücher bzw. Malutensilien. Diese 90 Familien (648 Personen) gehören zu den Ärmsten der Armen. Neun Frauen sind verwitwet. Viele Männer können aus gesundheitlichen Gründen nicht für die Familie sorgen, einige sind auf der Suche nach Arbeit in andere Städte gegangen. Manche Familienmitglieder sind krank; es fehlt am Geld für Behandlungen (allein fünf Personen haben psychische Beeinträchtigungen; eine hat Leukämie, ein anderer ein Loch im Herzen, ein Kleinkind einen verkrüppelten Fuß. Viele Frauen knüpfen Teppiche, um Geld zu verdienen. Das Einkommen der Familien liegt bei höchstens 5000 AFN pro Monat (65 EUR).
Eine zweite Lebensmittelverteilung erfolgte im August 2026 und eine dritte ist für Dezember 2026 geplant. Von der Tochter einer Familie, die 2026 von uns Unterstützung erhielt, bekamen wir einen Brief, in dem sie über die schwierige Lage der Familie berichtet. Darin schreibt sie u.a.:
„Mein Name ist Mobina, die Tochter von Abdul and Laila. Ich bin 18 Jahre alt, lebe in Qurghan und habe drei Brüder und drei Schwestern. Meine Schwestern und ich konnten nicht zur Schule gehen, aber zur Koranschule. Dort haben wir Lesen und Schreiben gelernt. Unserer Familie geht es nicht gut. Meist gibt es nicht genug zu essen. Mein Vater ist arbeitslos. Deshalb kann er die Familie nicht versorgen. Ich finde es traurig, dass ich nicht zur Schule gehen kann, aber ich muss Teppiche knüpfen. Schon morgens nach der Hausarbeit sitze ich am Rahmen. Manchmal tut mir der Rücken weh, und meine Augen werden müde vom Betrachten der winzigen Muster, aber ich höre nicht auf zu arbeiten. Ich weiß, dass wir meinen Lohn, so gering er auch sein mag, brauchen, um Brot zu kaufen.

Allerdings sind meine Schwester und ich beim Teppichweben nicht allein. Wir nehmen unsere Bücher mit und lesen, wann immer es passt. Wir besprechen gemeinsam, was wir lesen. Manchmal erzählen wir uns bei der Arbeit Geschichten. Manchmal lachen wir so sehr, dass wir die Müdigkeit und unsere Sorgen vergessen. Trotz meiner Müdigkeit trage ich immer noch Träume in meinem Herzen; ich wünsche mir, dass sich die Situation meiner Familie verbessert und ich die Chance bekomme, weiter zu lernen. Ich wünsche mir immer noch, eines Tages wieder zur Schule gehen zu können, mehr zu lernen und mir meine Zukunft nicht nur inmitten der Teppiche vorzustellen.“
Die Familien werden jeden Monat von unseren Sozialarbeiterinnen besucht, die uns berichten, dass diese Treffen insbesondere für die Mädchen, die nicht zur Schule gehen können, wichtig sind. Sie lesen oder malen gemeinsam und vor allem hören sie zu, wenn die Frauen und Mädchen über ihre Sorgen sprechen: „For me, these visits are not just a work responsibility. They are an opportunity to see and understand the families’ problems, worries, and hopes closely. I hope that helping hands will always be there for these families. With more support and attention, we can reduce some of their difficulties and bring smiles back to their tired faces.“


