Kaum noch Frauen erwerbstätig

Nur noch 5,1 Prozent von Afghanistans Frauen waren im Jahr 2026, im Jahr 5 nach der zweiten Machtübernahme der Taleban im August 2026, erwerbstätig. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) – Teil des UN-Systems – am 18.8.2026 veröffentlichte. Demzufolge sank die Erwerbsquote von 18,3 Prozent im Jahr 2019 und 16,5 Prozent im Jahr 2020 auf geschätzte 5,1 Prozent im Jahr 2026.

Auch bei jungen, oft besser gebildeten Frauen zeige sich ein ähnlicher Trend. Bei ihnen lag der Anteil jener, die weder erwerbstätig sind noch eine Schul- oder Berufsausbildung absolvieren, laut ILO „von ohnehin sehr hohen Werten – rund 68 Prozent im Jahr 2019 und 76 Prozent im Jahr 2020 – auf geschätzte 84 Prozent im Jahr 2026 an.“ Bei jungen Männern lag dieser Anteil 2026 deutlich unter dem Niveau von 2020, wenngleich über dem Stand von 2019, also vor der Corona-Pandemie.

Die Gesamtbeschäftigung in der afghanischen Bevölkerung erreichte bis 2026 geschätzte 8,5 Millionen – ein Wert, der 14 Prozent über dem Tiefstand von 2022 (7,3 Millionen) und um gut 6 Prozent gegenüber den Zeitraum 2020–2021 (rund 8 Millionen) lag. Der Anstieg habe sich aber ausschließlich auf Männer konzentriert, bei denen die Quote 2026 rund 22 Prozent über dem Niveau von 2020 liegen werde. „Im Gegensatz dazu ging die Erwerbstätigkeit der Frauen dramatisch zurück“, schreibt die ILO. 

Auch das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) Afghanistans lag der ILO zufolge weiterhin um 14 Prozent unter dem Niveau von 2020 und um 16 Prozent unter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019. „Nach der Machtübernahme durch die Taleban schrumpfte die Wirtschaft massiv: Das reale BIP ging 2021 um 14,5 Prozent und 2022 um weitere 6,2 Prozent zurück“, heißt es in dem Bericht. „Obwohl ab 2023 wieder Wirtschaftswachstum einsetzte, blieb die Erholung verhalten; das Wirtschaftsaktivitätsniveau von vor 2021 wurde bislang nicht wieder erreicht.

Zahlen zu Zwangsrückkehrern

Zwischen Mitte September 2023 und Ende Mai 2026 schoben Pakistan und Iran laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) insgesamt 6,04 Millionen Afghan*innen ab oder verursachten eine Rückkehr durch ihre Abschiebeandrohungen.

(Diese Angaben stammen von der sehr empfehlenswerten Seite von Thomas Ruttig mit vielen stets aktuellen und gut recherchierten Infos, der Link für die obigen Infos ist hier.)