DRINGENDER APPELL: WIR BENÖTIGEN FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG
ZUR VERSORGUNG DER AUS PAKISTAN ABGESCHOBENEN FLÜCHTLINGE

Pakistan und Iran schieben weiterhin sehr viele afghanische Familien nach Afghanistan ab. Die pakistanische Regierung hatte im Oktober 2023 angekündigt, 1 Mio. afghanische Familien nach Afghanistan zurückzuschicken. Hunderttausende wurden in die Provinzen verteilt. Täglich mehr als 15.000 Menschen. Unter diesen Rückkehrern sind Menschen, die 30 bis 40 Jahre in Pakistan gelebt haben, dort geboren und aufgewachsen sind, eine Familie gegründet und Kinder bekommen haben, und nun in ein ihnen völlig fremdes Land zurückgeschickt werden. Sie haben hier weder Freunde noch Familie. Sie haben keine Wurzeln mehr in irgendwelchen Heimatdörfern. Es ist sehr schwer für sie, in Afghanistan einen Neuanfang zu machen.

Diejenigen, die in Mazar-e-Sharif oder der Provinz Balkh ankommen, werden zur Registrierung zu einem großen Stück Land in der Wüste nördlich von Mazar-e-Sharif geschickt. Hier dürfen sie nur 24 Stunden bleiben. Es gibt nur wenige Zelte. Von der De-facto-Regierung gibt es keine weitere Versorgung. 

Der Afghanische Rote Halbmond, einige Nicht-regierungsorganisationen und private Unternehmen hatten begonnen, ihnen wenigstens mit einer Mahlzeit zu helfen, aber das ist auch schon alles. Es heißt, dass sie bald von diesem Platz in der Wüste in die Orte geschickt werden, aus denen die Familie ursprünglich kommt. Wir erwarten, dass viele von ihnen in den 15 Lagern, die es um Mazar-e-Sharif gibt, landen werden. Es ist aber auch möglich, dass auf dem gleichen Gelände ein großes Lager entsteht, aber dafür wird Hilfe von großen Organisationen wie dem UNHCR benötigt. 

Unsere Partnerorganisation OASE hat bisher 1100 Familien mit Lebensmitteln, Decken und warmer Kleidung geholfen. Weitere Hilfe ist dringend nötig. Bitte unterstützen Sie diese Nothilfe: 

Afghanistan-Schulen, IBAN DE71 8309 4495 0103 0410 50, Stichwort: Nothilfe.

Was tun wir?

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es gibt hier kein "soziales Netz". Man kann sich nur auf die eigene Familie verlassen. Wenn der Ernährer stirbt oder arbeitsunfähig wird, leidet die Familie große Not. Wir können nicht allen helfen, die in Not geraten, aber wir übernehmen Verantwortung für die Personen, mit denen wir direkt zusammenarbeiten und helfen hier, wenn es möglich ist. Bisher konnten wir 10 Familien regelmäßig eine monatliche finanzielle Unterstützung zahlen. Wir hoffen, dass dies auch zukünftig möglich sein wird.

Wir vertrauen auf unsere Kollegen und Kolleginnen, die aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit die katastrophalen Lebensbedingungen, in denen viele Not leidende Menschen leben, kennen. Für die Verteilungen von Lebensmitteln werden zusätzliche Helfer engagiert, die in die Dörfer gehen um zu überprüfen, ob die Empfänger:innen wirklich bedürftig sind. Es gibt viele Frauen, die ohne Versorger versuchen, ihre Kinder zu ernähren und ihnen eine Schulausbildung zu ermöglichen. Alte und Kranke, die nicht (mehr) arbeiten können, und sehr viele Menschen, die eine Behinderung haben. Im Winter ist die Not besonders groß. Deshalb verteilen wir seit vielen Jahren im Winter Lebensmittelpakete und Wolldecken an bedürftige Familien.

Neben den Verteilungen von Lebensmitteln (Reis, Mehl, Bohnen, Pasta, Speiseöl, Tomatenmark, Tee und Zucker) haben wir in Notfällen auch Bargeld verteilt, damit z.B. Arztbesuche finanziert werden konnten. Mit der Verteilung von Hühnern und Schulungen zur Hühnerhaltung sollten Familien ein Einkommen erwirtschaften können. Erfolgreicher war unser Win-Win-Nähprojekt: Von uns ausgebildete Schneiderin nähten Kleidung für Frauen und Kinder. Gerne würden wir dieses Projekt fortführen.

Nothilfe in Mazar-e-Sharif im Februar 2024

Zusammen mit unserem örtlichem Partner OASE und mit finanzieller Unterstützung durch Misereor führten wir für die aus den Nachbarländern ausgewiesenen Menschen mehrere Nothilfemaßnahmen durch, um sie mit dem Nötigsten zu versorgen.

Verteilung von Heizmaterial in der Region Andkhoi

Zusammen mit VUSAF konnten wir für diesen Winter die Verteilung von Heizmaterial organisieren. Finanziell hat uns dabei freundlicherweise wieder Misereor unterstützt. Der Film hier von der Verteilung hat keinen Ton und englische Untertitel.






 

 
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